Heute möchte ich Euch gerne einen Ausschnitt aus unserem neuen E-Book vorstellen! Denn das pädagogische Handpuppenspiel ist von großer Bedeutung für den pädagogischen Alltag.

Themen aus dem E-Book

pädagogisches Handpuppenspiel – Wichtige Aspekte

Das pädagogische Handpuppenspiel wirkt sich besonders positiv auf folgende Bereiche aus: Sprachkompetenz, Sensomotorik, kognitive Kompetenz, soziale Kompetenz und emotionale Kompetenz.

Die Puppe übernimmt verschiedene Rollen im Spiel. Sie kann Tröster, Beschützer, Narr und Freund/Freundin sein.

Durch die verschiedenen Rollen der Puppe kann sie auf unterschiedliche Weise zum Einsatz im Kindergartenalltag kommen. Sie kann zum Beispiel Konflikte lösen, Regeln besprechen, die Kinder im Alltag begleiten, Lieder üben und Geschichten erzählen. Dabei muss keine Rolle fix bleiben, sondern kann auch nach Tag/Situation variieren und wechseln. Einige Beispiele findest Du im Praxisteil!

Die Handpuppe sollte immer partnerschaftlicher Begleiter der Kinder sein. Somit steht sie auf gleicher Ebene mit den Kindern und hat einen ganz besonderen Zugang zu ihnen. Sie belehrt nicht, sondern führt die Kinder durch gezielte Fragestellungen zu einer Lösung.

Die Auswahl der Handpuppe

Die Handpuppe, die von der Pädagogin/dem Pädagogen ausgewählt wird, sollte ihr/ihm in erster Linie sympathisch sein. Sie/Er muss sich beim Spiel der Handpuppe wohlfühlen. Zudem ist es ratsam, für jüngere Kinder kleinere Handpuppen (siehe Maulwurf, Drache und Ratte) zu wählen. Da die Gefahr besteht, dass jüngere Kinder ängstlich auf große Handpuppen reagieren.

Ich würde für das Alter von ca. 2 – 4 Jahren kleinere Puppen empfehlen.

Ab dem 4. Lebensjahr können auch größere Puppen genutzt werden (siehe menschliche Puppe „Elli“). Je nach individueller Einschätzung der Pädagogin/des Pädagogen können diese Empfehlungen auch variieren. Je besser die Kinder der Gruppe und ihre Charaktereigenschaften bekannt sind, desto leichter fällt die Auswahl der Handpuppe.

Der Charakter der Puppe

Der Charakter einer Puppe kann je nach Situation und der Charaktereigenschaften der Kinder variieren.

Ratsam ist, dass das Alter der Puppe sich an das Alter der Kinder anpasst. Also kann die Puppe bei jüngeren Kindern ein Alter von 2 bis 5 Jahren haben und bei älteren Kindern schon 10 Jahre alt sein.

Hilfreich kann es sein, sich selbst einen kleinen Lebenslauf des Handpuppencharakters zu notieren. Da die Puppe stets als partnerschaftlicher Gefährte der Kinder agieren sollte, kann sie auch Eigenschaften der Kinder besitzen. Dadurch identifizieren sich die Kinder noch stärker mit der Handpuppe und sie kann Konflikte noch besser mit den Kindern gemeinsam lösen. Zudem erlangt die Handpuppe eine Vorbildwirkung und ist eine Orientierungshilfe für Kinder. Dabei darf die Handpuppe selbst nicht perfekt sein, denn dadurch entsteht eine Illusion. Sie darf also auch einmal Probleme schildern oder einen schlechten Tag haben und ihre „negativen“ Eigenschaften zeigen.

Die Handpuppe darf also auch einmal schimpfen (z.B. So ein Kack-Mist-Pups) oder ihren Ärger über eine Situation äußern.

Ganz egal, ob menschliche Puppe oder Tierpuppe, beide sind hervorragend für die Arbeit mit Kindern geeignet und lassen sich ideal in den Alltag mit Kindern integrieren.

Der Name der Puppe

Hier kannst Du richtig kreativ sein. Namen wie Igor, der Igel oder Gerti, die Giraffe oder Sabine, die Biene oder Fanny, die Ente kommen bei den meisten Kindern super an. Am besten sind kurze Namen, so können sich die Kinder den Namen der Handpuppe leicht merken. Zudem können jüngere Kinder kurze Namen leichter aussprechen.

Handpuppe – Spiel und Stimme

In diesem Kapitel möchte ich vor allem auf die Führung und das Spiel von Klappmaulpuppen näher eingehen.

Die Stimme zur Puppe finden

Die Handpuppe ist ausgesucht und ist bereits bereit zum Einsatz? Super! Dann geht es jetzt dran, die geeignete Stimme zur Handpuppe zu finden.

Die erste Frage, die sich jede Pädagogin/ jeder Pädagoge stellen sollte, ist:

In welcher Stimmlage fühle ich mich am wohlsten?

Dies kann ganz einfach herausgefunden werden, in dem verschiedene Stimmen ausprobiert werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die gesprochene Stimme nicht unter starker Anstrengung gesprochen wird. Egal ob hoch oder tief, die Pädagogin/ der Pädagoge sollte sich damit wohlfühlen.

Tipps um die eigene Stimme zu schonen:

  • Aufwärmen der eigenen Stimme durch Gähnen, summen, singen…
  • Den Einsatz der Handpuppe im pädagogischen Alltag kurzhalten.

Meine Empfehlung: ca. 15-20 Minuten am Tag

Tipps:

  • Wenn die Handpuppe flüstert erhöht sich die Spannung bei den Kindern. So hören die Kinder gebannt zu.
  • Beziehe die Kinder auch in die Spielsequenzen mit ein. Vielleicht kann ein Kind für die Handpuppe etwas holen oder ihr beim Anziehen helfen. Stelle den Kindern Fragen, wie z.B. Seid ihr auch alle noch so müde? Oder: Habt ihr auch alle Turnschuhe an?
  • Stelle Ja-oder-Nein-Fragen! Gerade mit mehreren Kindern ist meistens keine Zeit, dass jedes Kind eine lange Geschichte z.B. zu seinen Turnschuhen erzählen kann. Daher eignen sich bei Spiel-Sequenzen in der großen Gruppe Ja-oder-Nein-Fragen besser.
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